Kraftwerk-SaurierSeit Anfang der Industriellen Revolution werden immer mehr Steinkohle, Braunkohle, Erdöl und Erdgas zur Energieerzeugung eingesetzt. FossilDiese fossilen Brennstoffe bestehen aus den kohlenstoffhaltigen Überresten prähistorischer Pflanzen und Tiere, die längst von der Erde verschwunden sind. Deren Nutzung in Kraftwerken und Verbrennungsmotoren hat jedoch ein neues Zeitalter der Dinosaurier hervorgerufen. Der Hunger dieser technologischen Ungetümer nach unwiederbringlichen Naturressourcen ist unersättlich.

Bei der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas werden hohe Mengen Kohlendioxid (CO2) emittiert. Nach wissenschaftlicher Erkenntnis trägt die steigende CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre wesentlich zur Erhöhung der globalen Durchschnittstemperaturen bei. Der bislang beobachtete Anstieg um 0,6 Grad Celsius wird in ein ursächliches Verhältnis zur Gletscherschmelze in den Alpen, zu Veränderungen von Wachstumsperioden und des Zugvogelverhaltens sowie zu verstärkten Übeschwemmungen und Dürren in verschiedenen Teilen der Erde gesetzt. Bis 2050 prognostiziert das Internationale Gremium über Klimävreänderungen (International Panel on Climate Change IPCC) eine Temperaturzunahme um bis zu 6 Grad. Die dadurch ausgelösten Klimaverschiebungen könnten zu Ernährungskrisen, Epidemien und Völkerwanderungen von bislang unbekanntem Ausmaß führen. Die Industrieländer tragen für diese Entwicklung in zweifacher Hinsicht die Hauptverantwortung. Sie verursachen durch die Vernachlässigung schadstoffarmer Energietechnologien auf der Basis von Windkraft, Solarenergie und Biomasse die weltweit höchsten Emissionen. Darüber hinaus animieren sie die industriellen Schwellenländer aus dem Mangel an erschwinglichen Alternativen dazu, dem gleichen Beispiel zu folgen.

Unter allen fossilen Brennstoffen enthält die Braunkohle den höchsten Anteil an Kohlenstoff (engl. carbon). Demzufolge tragen alle Braunkohlekraftwerke überdurchschnittlich zum Kohlendioxidantstieg in der Erdatmosphäre bei. Während erst 11 Prozent des deutschen Energieverbrauchs mit der Braunkohle bestritten werden, ist dieser Brennstoff bereits zu 22 Prozent an der deutschen CO2-Bilanz beteiligt.

CO2-EmissionsentwicklungIn Anbetract der Gefahren eines globalen Klimawandels beschloss die deutsche Bundesregierung 1990 eine 25-prozentige Reduzierung der nationalen Kohlendioxidemissionen bis 2005. Die Zielerfüllung wurde durch die Modernisierung oder Auflösung vieler Bereiche der produzierenden Industrie in Ostdeutschland erleichtert. Bis zum Jahre 1999 war es auch möglich, die CO2-Emissionen nach dieser Vorgabe zu verringern. Doch die Inbetriebnahme der Braunkohlekraftwerke Lippendorf (1860 MW) und des 907-MW-Blocks in Boxberg verursachte 2000 eine radikale Zunahme der Kohlendioxidemissionen, die seither durch keine Klimaschutzmaßme wieder kompensiert werden konnten.

Bedrohung HeuersdorfDie Gemeinde Heuersdorf soll abgebaggert werden, um bis zu 52 Millionen Tonnen der benötigten Braunkohle für das Kraftwerk Lippendorf zu gewinnen. Ein CO2-freier Ersatz für die Kohle unter der Ortslage wäre durch die Nutzung der Windkraft sowie durch international erprobte Energiespartechnologien möglich. BUNDDer Klima-Dinosaurier des BUND / Freunde der Erde soll auf dieses bislang nicht erschlossene Potential aufmerksam machen. Der Saurier besucht über 50 Orte in ganz Europa. Die Gemeinde Heuersdorf ist seit 1996 Mitglied beim BUND Sachsen.

Die rot-grüne Bundesregierung hat jedoch eine andere Antwort auf das verfehlte bundesdeutsche CO2-Reduktionsziel. In der Antwort auf eine Kleine Anfrage der CDU/CSU (Drucksache 15/1851 vom 28.10.2003) ließ sie wissen: “Das für Deutschland international maßgebliche Klimaschutzziel besteht darin, die Treibhausgasemissionen im Zeitraum 2008 bis 2012 um 21 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Das von dem damaligen Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl formulierte CO2-Minderungsziel stimmt weder vom Zeitrahmen noch vom Treibhausgasbezug mit der internationalen und europäischen Klimaschutzpolitik überein.”

Oder mit anderen Worten: Helmut Kohl ist daran schuld, dass das ursprüngliche Klimaschutzziel zu anspruchsvoll war. Hierbei wird aber verschweigen, dass sich die derzeitige Bundesregiergung am 19.06.2002 zum gleichen 25-prozentigen CO2-Minderungssziel in der Pressemitteilung “Klimaschutz - Die größte umweltpolitische Herausforderung der Menschheit” bekannt hat.